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Start-up: wieso es ein erfolgreicher Manager noch einmal wissen will

17 April 2023

Start-ups sind in aller Munde. Meistens ist von jungen Unternehmer:innen die Rede, doch es kann auch anders sein, wie das folgende Beispiel zeigt.

Was bewegt einen 60-jährigen nach einer erfolgreichen Karriere dazu, ein Start-up zu gründen? Die Antwort darauf gibt Karl Manfredi in diesem Gespräch.

Karl Manfredi gründete 2021 ein Start-up Unternehmen mit drei Partnern.

Der Bozner Karl Manfredi ist für die meisten Südtiroler kein Unbekannter. Von 2003 bis 2020 war er Mitglied des Verwaltungsrates der Brennercom AG, Miteigentümer und Geschäftsführer. Seit 2010 ist Manfredi zudem auch Miteigentümer des Relais & Chateaux Terra; das gleichnamige Restaurant im Sarntal hat seit 2016 zwei Michelin-Sterne und gilt als eines der innovativsten Restaurants in Italien.

Gründung des Start-up Hydrocell GmbH

Doch für Karl Manfredi war das nicht genug, und so gründete er 2021 gemeinsam mit drei Partnern ein Start-up Unternehmen: die Hydrocell GmbH.

Aber wieso „tut man sich das“ überhaupt noch an?

„Ich wollte all meine Erfahrung nutzen und selbst ein Unternehmen gründen. Ich habe mir gesagt: du kannst auch selber etwas machen. Gemeinsam mit meinen Geschäftspartnern haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Wasserstofftechnologie zu fördern und auf dem Markt zu verbreiten.“

Wieso wollten Sie gerade in diesem Bereich etwas tun?

„Mir gefällt an der heutigen Jugend, dass sie kritisch ist, etwas für eine bessere Welt, ein besseres Klima tun möchte. Aber nur durch das Protestieren am Freitag wird sich die Welt nicht ändern. Es gilt Eigenverantwortung zu übernehmen, aktiv etwas zu tun. Mit unserem Unternehmen wollen wir einen entscheidenden Beitrag zu einer saubereren Umwelt, ohne fossiler Brennstoffe, leisten. Wasserstoff ist das am häufigsten vorkommende Element im Universum.“

Können Sie uns dies etwas genauer erklären?

„Die Wasserstofftechnologie ermöglicht eine emissionsfreie Mobilität für alle Fahrzeuge, macht als Stromspeicher die erneuerbaren Energiequellen grundlastfähig, stärkt den Klimaschutz, fördert die Regionalität als Partner der Globalität, macht die regionale Wirtschaft international konkurrenzfähig – dies in allen Bereichen des täglichen Lebens. Wir bieten schon heute Lösungen für den Einsatz im privaten und gewerblichen Bereich. Dank unserer Gründungsgesellschafter können wir auf eine mehr als 20-jährige Erfahrung im Bereich Wasserstoff zurückblicken. Das Titelfoto vom Boot ist ein Projekt von uns, wobei wir einen kompletten Wasserstoff/Elektro Antriebsstrang in das Boot einbauen werden und somit den Dieselmotor ersetzen.“

Wie ist Ihre Erfahrung als Start-upper?

„Die ersten 4 bis 5 Jahre sind schwierig für ein Start-up. Aber in meiner Generation gilt der Spruch „work hard, get rich“. Heute geht es vielfach nur mehr ums „get rich“. Aber ohne harte Arbeit gibt es keinen Erfolg. Die Geschäftswelt ist ein Haifischbecken, man muss sich auf das Wesentliche konzentrieren und hart arbeiten. Diese Lebenserfahrung sehe ich als Vorteil bei der Gründung eines Start-ups“.