Persone

Es ist möglich!

15 Juni 2023

Es ist nicht immer einfach, aber es ist möglich: Karriere zu machen als Frau. Ein positives Beispiel dafür ist Augusta Lauria, die seit einigen Monaten IT-Director bei der Schweitzer Gruppe mit Hauptsitz in Naturns ist.

Eine Frau als IT-Director ist immer noch selten anzutreffen. Augusta Lauria ist eine von ihnen. Sie will jungen Frauen Mut machen, und ihnen zeigen, dass es möglich ist, in technischen Bereichen als Frau Karriere zu machen.

Seit Februar ist Augusta Lauria Chief Information Officer bei Schweitzer in Naturns.

„Natürlich, es braucht viel Einsatz, auch Verzicht, aber es ist möglich“, unterstreicht Augusta Lauria. Die studierte Raumfahrtingenieurin ist seit Mai 2021 beim Design & Ladenbauunternehmen Schweitzer in Naturns tätig. Angefangen hat sie als Head of ERP, nach wenigen Monaten wurde sie zum „Head of IT Business Applications“ befördert, d.h. Chefin von allen Anwendungen, die das Business unterstützen wie z.B. ERP, CRM, Business Intelligence, Data Analysis usw.. Damals war sie für ein Team von drei Personen zuständig. Seit Februar dieses Jahres ist sie Chief Information Officer, und somit für alles, was die IT betrifft, sowohl im Unternehmen als auch für externe Partner und Vendors, verantwortlich.

Female Leadership

„Meine Verantwortung umfasst den ganzen Innovation Technology Bereich, und zwar neben IT Business Anwendungen, auch Service Desk, Communication, Connectivity und IT-Infrastrukturen. Dank meiner technischen Ausbildung und meiner Erfahrung verfüge ich über umfangreiche technische Kenntnisse und Organisationsfähigkeiten, durch die neue Aufgabe und Führungsrolle nehmen aber die Soft Skills wie Kommunikation-Delegierung-Verhandlung und Zuhörfähigkeiten eine bedeutendere Rolle ein“, so Lauria. Für ihre Führungsaufgabe wollte sie Unterstützung, um ihre Mitarbeiter:innen zu motivieren und zu inspirieren sowie deren Fähigkeiten kennenzulernen, um ihnen anspruchsvolle, aber erreichbare Ziele zuzuteilen. Bei der Suche nach einem Weiterbildungsangebot ist sie dabei auf den Lehrgang „Female Leadership“ des CTM des Unternehmerverbandes gestoßen.

Augusta Lauria mit ihrem Team.

Warum haben Sie sich speziell für eine auf Frauen zugeschnittene Weiterbildung interessiert?

„Dieser Lehrgang hat mich besonders angesprochen, da es mein Wunsch war, Erfahrungen und Meinungen mit anderen Frauen in Führungspositionen austauschen zu können. Ich denke, Frauen haben einen anderen Führungsstil. Eine Managerin muss bestens vorbereitet sein, kompetent, mutig, ja, ich finde, sie muss mutiger sein als ein Mann. Da darf kein Zweifel am Wissen aufkommen. Dann wird man auch schnell ernst genommen. Zudem gilt es selbstsicher, fest und entschlossen, aber zugleich auch empathisch und offen für andere Meinungen zu sein. Mir ist es wichtig, dass mein Team effektiv, leistungsfähig und erfolgreich ist. Zugleich versuche ich, ein Umfeld zu schaffen, in dem meine Mitarbeiter:innen wachsen und lernen können, gut zusammen arbeiten und persönliche Zufriedenheit erreichen“, erklärt Lauria.

 

Wandel in der Unternehmenskultur

Seit Beginn ihrer beruflichen Laufbahn merkt sie nun, dass sich etwas verändert in der Unternehmenskultur wie auch in der Gesellschaft. Die Unternehmen werden sensibler hinsichtlich der Unterstützung weiblicher Führungskräfte, der besseren Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie. „Auch wenn das Management bei Schweitzer noch stark männlich geprägt ist, wird viel getan. Frauen übernehmen Führungsaufgaben, Ende Juni wird die unternehmenseigene KITA offiziell eröffnet. Das sind für mich starke und eindeutige Signale der Offenheit meiner Firma gegenüber den weiblichen Mitarbeiterinnen“, unterstreicht sie.

Der Weg zur Führungsrolle – es ist möglich

Lauria hat auch ein paar Tipps, wie der Weg zur Führungsrolle möglich ist: „Neugier, Wissendurst und Streben nach Exzellenz, andere mit Leidenschaft und Einsatz mitnehmen und begeistern – ich glaube, das sind Faktoren, die eine Führungskraft ausmachen. Man muss an sich selbst glauben, sich des eigenen Wertes bewusst sein, den Mut haben, die eigenen Grenzen zu überwinden. Flexibilität und auch ein bisschen Selbstironie schaden nicht. Als Frau ist es wichtig, seinen persönlichen Stil gefunden zu haben, um passend für den jeweiligen Moment gekleidet zu sein. Ein gepflegter Look kann ein Zeichen für meinen Gesprächspartner sein, dass ich bei meiner Arbeit die gleiche Liebe zum Detail an den Tag lege. Tragen alle Männer einen Anzug, so komme auch ich im Hosenanzug. Das hilft, sichtbar zu sein, ohne sich zu sehr in Szene zu setzen.“

Zukunft

Für die Zukunft wünscht sich die Mutter eines 17-jährigen Sohnes, dass der kulturelle Wandel weitergeht, dass Elternschaft als Aufgabe beider Elternteile angesehen wird, und so auch mehr Frauen die Chance haben, beruflich weiterzukommen. Regierungen und Unternehmen sollten eine integrierte Führung fördern. „Eine Mischung aus männlichen und weiblichen Kompetenzen und Ansätzen sehe ich als große Chance, die der Gesamtleistung und sogar der Rentabilität eines Unternehmens zugutekämen. Frauen sollten ihrerseits in ihre Ausbildung investieren, herausfordernde Ziele mit Leidenschaft und Kampfgeist verfolgen. Zudem sollten Frauen das kulturelle und historische Vorurteil, zuerst für Kinder und Familie sorgen zu müssen, mit Kompetenz und Engagement überwinden und dank dieser Werte ein neues Vorbild für die eigenen Kinder und allgemein für die zukünftigen Generationen werden, auch wenn das Verzicht und Opfer bedeutet. Ich bin ehrlich: es ist nicht einfach, aber es lohnt sich!