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Im Fußball-WM-Fieber: Panini-Sticker kommen aus Bozen

11 Juni 2026

Millionen Fans weltweit freuen sich wieder darauf, ihre Lieblingsspieler als Panini-Sticker zu sammeln und zu tauschen.

Hinter dem beliebten Sammelspaß steckt das Unternehmen LONGO aus Bozen, das seit 2003 den prominenten Auftrag hat, die Sticker für den internationalen Markt zu produzieren. Unter welch strengen Auflagen dies geschieht und warum das Tauschen und Sammeln auch im digitalen Zeitalter nichts von seinem Reiz verloren hat, erzählt Inhaber Günther Longo.

Unternehmer Günther Longo

Wie kam es zu dem prestigeträchtigen Auftrag?

Günther Longo: Seit der Gründung steht LONGO für Innovation und unternehmerischen Weitblick. So auch vor rund 25 Jahren, als die Zusammenarbeit mit Panini begann. Panini suchte einen Partner, der bestimmte Anforderungen erfüllen konnte. LONGO verfügte bereits über viele der notwendigen Voraussetzungen und war bereit, gezielt zu investieren, um weitere Anforderungen zu erfüllen. Schon damals produzierten wir hochwertige Produkte und zeichneten uns durch eine besonders hohe Leistungsfähigkeit aus.

Seit 2003 produziert LONGO aus Bozen die beliebten Panini-Sticker

Worauf kommt es bei diesen Sammelkarten an? Welche Qualitätsansprüche gibt es?

Günther Longo: Kurz gesagt: auf Passgenauigkeit, Sauberkeit und Zuverlässigkeit. Ausführlicher betrachtet sind die Anforderungen sehr hoch. Qualität wird vorausgesetzt, ebenso eine saubere und zuverlässige Arbeitsweise über viele Jahre hinweg. Dazu gehört auch ein technisches Backup: Es wird erwartet, dass mehr als eine Maschine verfügbar ist, die die technischen Anforderungen des Kunden vollständig erfüllen kann. So können Produktionssicherheit und eine kontinuierliche Lieferfähigkeit jederzeit gewährleistet werden.

Wie arbeits- und zeitintensiv ist die Produktion dieser Karten?

Günther Longo: Das hängt vom Produkt ab. Natürlich hat sich die Produktion im Zusammenhang mit der WM intensiviert, das heißt, dass wir seit Januar pro Tag mindestens 1-2 Schichten Panini drucken. Wir arbeiten in 3 Schichten, also 24 Stunden auf 3 Maschinen.

Die Produktion läuft seit Januar auf Hochtouren

Werden da Kindheitserinnerungen wach?

Günther Longo: Natürlich. Als kleiner Junge waren die Sticker für mich schon etwas ganz Besonderes. Heute täglich mit ihnen arbeiten zu können, ist immer noch ein tolles Gefühl. Zudem wecken haptische Produkte Erinnerungen und Emotionen wie kaum etwas anderes. Die verwendeten Materialien haben sich über Jahrzehnte bewährt und sind auch heute noch absolut zeitgemäß und beliebt.

Was bedeutet dieser Auftrag für Longo?

Günther Longo: Prestige ist das erste Wort, das uns in diesem Zusammenhang einfällt. Darüber hinaus steht Panini für eine erfolgreiche und langfristige Kundenbindung, aber natürlich auch für viel Arbeit und Verantwortung. Wir arbeiten seit vielen Jahren sehr eng mit dem Kunden zusammen – eine Zusammenarbeit, die wir als große Wertschätzung unserer Leistungen verstehen.

Panini bedeutet für uns inzwischen auch Planungssicherheit und eine verlässliche Maschinenauslastung. Gleichzeitig ist die Partnerschaft eine Bestätigung dafür, an das zu glauben, was wir tun und unseren eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen.

Druckerei LONGO in Bozen Süd

Gibt es da gewisse Auflagen?

Günther Longo: Geheimhaltung und Zuverlässigkeit stehen in dieser Zusammenarbeit an erster Stelle. Der Beitrag bei Rai Südtirol war das erste Mal, dass wir den Kunden öffentlich so offen nennen durften. Das erklärt auch, warum bisher nur wenige wussten, dass die bekannten Sticker bei uns produziert werden. Bislang war es uns nicht gestattet, darüber zu kommunizieren. Dass wir dies heute tun dürfen, ist selbstverständlich mit dem Kunden abgestimmt und Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens, das über viele Jahre gewachsen ist.

Mussten eigens Investitionen getätigt werden?

Günther Longo: Ja, von Beginn an, sowohl in der Hardware als auch in der Software.

Dieser Auftrag erfordert höchste Qualitätsansprüche

Wie begegnet Ihr Unternehmen den Herausforderungen der Druck-Branche?

Günther Longo: Mit Enthusiasmus. Natürlich hatte unsere Branche in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten keine einfache Zeit – euphemistisch ausgedrückt. Dennoch haben wir stets versucht, Herausforderungen als Chancen zu begreifen.

Unser konsequentes Festhalten an Qualität und die Entscheidung, uns nicht auf den intensiven Preiskampf einzulassen, haben sich letztlich ausgezahlt. Wir konnten zeigen, was wir leisten können. Wir glauben an Print – und viele andere tun das ebenfalls.

Dabei haben uns zahlreiche langjährige Kunden, darunter auch Panini, auf unserem Weg begleitet. Sie haben uns gefordert und damit dazu beigetragen, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln konnten. Genau das zeigt auch diese Partnerschaft: Herausforderungen schaffen die Grundlage für Wachstum, Innovation und Weiterentwicklung.

Sammelspaß Panini-Sticker

Sind Sammelkarten im Zeitalter der Digitalisierung immer noch „in“?

Günther Longo: Mehr denn je. Damit kommen wir auf den zuvor angesprochenen Punkt zurück. Die Digitalisierung war für die Druckbranche zweifellos eine große Herausforderung. Dennoch schließen sich digitale und analoge Medien nicht aus – sie können erfolgreich nebeneinander bestehen, auch wenn sich der Markt natürlich verändert hat.

Heute liegt der Fokus stärker auf Qualität als auf Quantität. Die Auflagen sind tendenziell kleiner geworden, gleichzeitig sind die Ansprüche an Qualität, Veredelung und Individualisierung deutlich gestiegen. Diese Entwicklung entspricht genau unserer Philosophie. Statt Massenware zu produzieren, können wir uns auf hochwertige Produkte konzentrieren, die einen echten Mehrwert bieten. Auch Panini ist ein gutes Beispiel für diesen Trend.

Italien ist bei der Fußball-WM nicht dabei, wie sehr wird dies den Fußball-Hype und insofern auch das Geschäft schmälern?

Günther Longo: Dadurch, dass Panini einen internationalen Markt bedient, dürfte sich das kaum auswirken. Laut dem Kunden zählen die USA und Brasilien zu den wichtigsten Absatzmärkten. Die Nachfrage ist dort entsprechend hoch. Die Auflagen und Nachproduktionen sind aktuell sogar so hoch wie noch nie.

Die Sticker sind für den internationalen Markt bestimmt

Wer ist von all diesen Spielern Ihr Superstar?

Günther Longo: Im Gegensatz zum globalen Fußballhype und den Auflagen von Panini hat die Tatsache, dass Italien diesmal nicht bei der WM dabei ist, auf uns tatsächlich eine Auswirkung: Ich habe keinen klaren Favoriten und fiebere zwar mit, drücke aber keiner Mannschaft ganz besonders die Daumen.

Um die Frage dennoch zu beantworten, haben wir bei unseren Druckern nachgefragt – also bei jenen Kollegen, die die Sammelkarten tatsächlich produzieren. M’hamed drückt Marokko die Daumen, und sein persönlicher Superstar ist Achraf Hakimi. Die Begeisterung für die WM ist also auch bei uns im Haus auf jeden Fall vorhanden.

Steckbrief Unternehmen:

  • Mitarbeiterzahl: 86
  • 2 Sitze in Bozen und Augsburg
  • Gesellschafter: Günther und Harald Longo