Zeitmessung – nicht nur bei olympischen Spielen ein Thema
Die Zeitmessung über Funk statt per Kabel bei Skirennen war Ende der 80er Jahre eine Revolution - gestartet von einem Bozner Unternehmen.
Die Olympischen Spiele haben begonnen – über Erfolg oder Niederlage entscheiden oft Hundertstelsekunden. Ein Unternehmen aus Bozen hat die erste Funkzeitmessung vor 30 Jahren für sich entdeckt und damit den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt.

Vinicio Biasi

Roberto Biasi
Die Rede ist von der Microgate GmbH, die von den beiden Brüdern Roberto und Vinicio Biasi im November 1988 gegründet wurde. „Mein um 12 Jahre jüngerer Bruder Roberto war damals recht erfolgreich im Skirennsport unterwegs. Um die Zeit zu messen, mussten damals Kabel vom Start-Tor bis ins Ziel verlegt werden. Bei der Zeitmessung eines Trainings war dies für die Trainer sehr kompliziert. Um seinem Team zu helfen, hatte Roberto eine Technologie erfunden, um den Startimpuls über Funk, statt per Kabel zu übertragen und somit hatte er den ersten Chronometer der Welt erfunden, der über Funk funktionierte. Aus dieser technologischen Erfindung entstand Microgate“, erzählt Vinicio Biasi.
Zeitmessung für Trainingszwecke

Marcel Jacobs beim Training mit der Technik der Microgate GmbH.
Anfänglich waren die Zeitmessgeräte für Alpin-Skirennen ausgerichtet, doch über die Jahre kamen fast alle Sportarten dazu. „Unsere Zeitmessgeräte kommen z.B. beim Giro d´Italia oder bei der Rally Montecarlo zum Einsatz. Microgate hat sich auch im Bereich Training & Sport stark engagiert und hochtechnologische Geräte für die Bewertung und Vorbereitung von Sportlern entwickelt. Die bekanntesten Fußballmannschaften, z.B. der FC Bayern, Inter, Real Madrid verwenden unsere Geräte, aber auch der Olympiasieger Marcel Jacobs trainiert mit unserer Technik“, sind die Biasi-Brüder stolz.
Ergebnisse in Echtzeit
Die Technik wurde über die Jahre ständig verbessert. „Heute ist es ganz wichtig, dass die Ergebnisse in Echtzeit vorhanden sind. Wurden früher Ergebnislisten gedruckt, so gehen heute die Ergebnisse von den Geräten direkt in unsere Microgate Cloud, von der aus der Athlet, der Trainer, oder auch die Eltern direkt auf ihr Handy die Ergebnisse in Echtzeit erhalten“, erklärt Vinicio Biasi.
Zeitmessung für Falken- und Kamelrennen
Seit einigen Jahren sind die Zeitmessgeräte des Bozner Unternehmens auch in Dubai, Abu Dhabi, Barein und Saudi Arabien im Einsatz – und zwar z.B. für Falken- und Kamelrennen. „Als vor einigen Jahren bei uns im Unternehmen ein Anruf aus den Emiraten kam, mit der Anfrage nach einem Zeitmesssystem zur Messung der Fluggeschwindigkeit von Vögeln, dachte ich zuerst an einen Scherz eines Freundes“, lacht Vinicio Biasi. War es nicht – und heute sind in den Emiraten einige der wichtigsten Geschäftspartner zu finden.
Vier Geschäftsfelder
Angefangen hat alles mit der Zeitmessung – heute ist Microgate v.a. in vier Geschäftsfeldern tätig, neben der professionellen Zeitmessung und dem Bereich Training & Sport in der medizinischen Rehabilitation und im Engineering. In diesem Geschäftsbereich wird gerade der Sekundärspiegel für das größte optische Teleskop der Welt konstruiert, das derzeit in der Atacama-Wüste in Chile errichtet wird. Aber das ist eine andere Geschichte…
Bildquelle: alle Fotos von Microgate