Generationsübergabe im Familienunternehmen
Generationsübergabe im Familienunternehmen - wenn sie gelingt, sichert sie nachhaltiges Wachstum und verbindet Generationen. Ein Veranstaltungstipp.
Die Generationsübergabe in Familienunternehmen ist eine Phase voller Herausforderungen. Eine gelungene Übergabe sichert nachhaltiges Wachstum und verbindet Generationen. Doch wie kann die Übergabe gelingen?
Eine Antwort darauf will das Symposium “Generationsübernahme im Familienunternehmen” geben, das am 9. März im Haus der Familie am Ritten stattfindet und vom Unternehmerverband Südtirol und den anderen Verbänden im Südtiroler Wirtschaftsring mitgetragen wird. Unter dem Motto „Brücken bauen“ beleuchtet Prof. Dr. Heiko Kleve, Experte für Familienunternehmen und Nachfolgeplanung, praxisnahe Strategien und lädt zum offenen Austausch ein (Flyer und Anmeldung – die Teilnahmegebühr beträgt 210 Euro pro Unternehmen).
Am Nachmittag berichten Südtiroler Familienbetriebe von ihren Erfahrungen in der Generationsübergabe. Mit dabei sein werden u.a. Karin Roner (Roner Brennereien AG), Simon Thun (Thun AG), Daniela Niederstätter (Niederstätter AG), Raimund Ausserhofer (Nordwal AG) und Robert Pohlin (Elpo GmbH).
In einem Interview haben wir mit dem Referenten Prof. Dr. Heiko Kleve gesprochen. Er ist Geschäftsführer und akademischer Direktor vom Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) der Universität Witten/Herdecke und Autor (letztes Buch: „Wenn die Firma mit am Tisch sitzt“).
Herr Professor Kleve, was macht Familienunternehmen besonders?

Prof. Dr. Heiko Kleve ist Experte für die Übergabe von Familienunternehmen.
Das Besondere ist, dass hier nicht nur Geld oder Verträge eine Rolle spielen, sondern Familie. In Familienunternehmen wird über Generationen hinweg nicht nur Leben, sondern auch Eigentum und oft die Führung des Unternehmens weitergegeben. Dadurch entstehen besondere Dynamiken – vor allem, wenn es um Nachfolge geht.
Wo liegen die Chancen solcher Unternehmen?
Familienunternehmen sind stark, wenn die Familie das Unternehmen mit Leidenschaft trägt und Konflikte konstruktiv löst. Sie können aber auch gefährdet sein – etwa dann, wenn familiäre Spannungen ins Unternehmen hineingetragen werden und alles blockieren.
Welche Herausforderungen gibt es bei der Übergabe an die nächste Generation?
Ganz wichtig ist, dass Eltern und Kinder offen über Erwartungen sprechen. Dabei dürfen Eltern ihre Kinder nicht unter Druck setzen. Nur wer auch „Nein“ sagen darf, kann wirklich frei „Ja“ zur Nachfolge sagen. Außerdem sollte man Eigentum und Führung trennen: Es ist etwas anderes, Anteile zu besitzen und aktiver Gesellschafter zu sein, als die Geschäftsführung zu übernehmen.
Was hat sich in der Praxis bewährt?
Zwei Dinge: Zum einen die professionelle Begleitung, die Senior- und Juniorgeneration unterstützt. Denn es geht nicht nur um Verträge, sondern auch um persönliche Entwicklungen. Zum anderen sollte die Übergabe Teil einer Familienstrategieentwicklung sein. Daraus entsteht oft eine Familienverfassung – eine Art Werte- und Regelwerk, das Orientierung gibt und den Zusammenhalt stärkt.
Welche drei Tipps geben Sie Familien, die vor einer Übergabe stehen?
Reden Sie offen und respektvoll über ihre gegenseitigen Erwartungen innerhalb Ihrer Familie sowie über den Prozess des Generationsübergangs.
Unterscheiden Sie klar zwischen Eigentum und Führung – beides kann getrennt geregelt werden.
Holen Sie sich Unterstützung von Beratern, die sowohl Familienprozesse verstehen als auch die Besonderheiten von Familienunternehmen kennen.