„Ich möchte Freude an meiner Arbeit haben und jeden Morgen mit einem Lächeln aufstehen“
Silvia Schwarz ist die erste Tischlerin, die im Unternehmen Höller GmbH aus Leifers die Gesellenprüfung bestanden hat.
Die 19-Jährige aus Leifers hofft, dass sich auch in Zukunft mehr junge Frauen für praktische Berufe interessieren und den Mut haben, diesen beruflichen Weg einzuschlagen. Jedes Projekt, so sagt sie, bringt andere Aufgaben und Herausforderungen mit sich, an denen sie wachsen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln kann.

Silvia Schwarz – 19 Jahre aus Leifers
Was hat dich dazu bewegt, Tischlerin zu werden?
Die Liebe zum Handwerk wurde mir gewissermaßen von meinem Vater mitgegeben. Durch ihn bin ich schon früh mit handwerklichen Tätigkeiten in Berührung gekommen und habe meine Begeisterung dafür entdeckt. Er hat mir gezeigt, wie viel Freude es machen kann, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen. Diese Begeisterung hat mich schließlich dazu bewegt, selbst einen handwerklichen Beruf zu erlernen und mich für die Tischlerei zu entscheiden.
Hattest du schon früher einen Bezug zum Werkstoff Holz?
Ja, auf jeden Fall. Schon früh hatte ich durch meinen Vater einen engen Bezug zum Werkstoff Holz. Gemeinsam haben wir unseren Keller ausgebaut und dabei alles aus Holz gefertigt. Dadurch konnte ich bereits in jungen Jahren erste praktische Erfahrungen im Umgang mit diesem Material sammeln. Besonders schön war es für mich, selbst mitzuarbeiten und zu sehen, wie aus dem Rohstoff Holz Schritt für Schritt etwas Neues entsteht. Diese Erfahrungen haben meine Begeisterung für Holz und das Handwerk zusätzlich gestärkt.

Produktion – Höller in Leifers
Für welche Ausbildung hast du dich dann entschieden?
Ich habe bereits mit 15 Jahren meine Lehre bei Höller begonnen und damit den Grundstein für meinen beruflichen Weg gelegt. Anschließend habe ich zwei Jahre lang die Fachschule in Brixen besucht, wo ich mein Fachwissen vertiefen und meine handwerklichen Fähigkeiten weiterentwickeln konnte.
Während meiner Schulzeit war es für mich allerdings nicht immer einfach, eine Praktikumsstelle in Südtirol zu finden. Umso mehr schätze ich es, dass mir die Firma Höller immer mit offenen Armen begegnet ist und mir die Möglichkeit gegeben hat, praktische Erfahrungen zu sammeln. Das ist für mich keineswegs selbstverständlich und bedeutet mir deshalb besonders viel.
Nach meiner Zeit an der Fachschule bin ich wieder zu Höller zurückgekehrt und habe dort schließlich meine Gesellenprüfung erfolgreich absolviert. Während meiner Ausbildung konnte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln und mich sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln.
Du hast nun deine Lehre bei Höller absolviert und bist die erste Tischlerin, die im Unternehmen die Gesellenprüfung bestanden hat. Was bedeutet dieser Schritt für dich persönlich?
Für mich persönlich war das ein wirklich tolles Erlebnis und ein besonderer Moment in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn. Die Gesellenprüfung erfolgreich abzuschließen, bedeutet mir sehr viel. Dass ich gleichzeitig die erste Tischlerin bei Höller bin, die diesen Schritt geschafft hat, macht diese Erfahrung für mich umso besonderer.
Ich hoffe sehr, dass sich auch in Zukunft mehr junge Frauen für das Handwerk interessieren und den Mut haben, diesen beruflichen Weg einzuschlagen. Es würde mich freuen, wenn meine Erfahrung dazu beitragen kann, dass sich weitere Frauen für eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf entscheiden.

Möchtest du damit auch andere junge Frauen inspirieren?
Das würde ich mir auf jeden Fall wünschen. Ich hoffe, dass ich mit meinem bisherigen Weg nicht nur junge Frauen, sondern ganz generell junge Menschen in Südtirol dazu inspirieren kann, sich näher mit dem Handwerk auseinanderzusetzen.
Gerade weil es immer weniger Handwerkerinnen und Handwerker gibt, finde ich es wichtig, dass sich wieder mehr junge Menschen für diese Berufe interessieren. Ich würde mich freuen, wenn mein Beispiel zeigt, dass das Handwerk viele Möglichkeiten bietet und es sich lohnt, diesen Weg einzuschlagen.
Was gefällt dir an deinem Job?
Was mir an meiner Arbeit besonders gefällt, sind die tollen Arbeitskollegen und die vielen abwechslungsreichen Projekte. Wir arbeiten immer wieder an neuen und interessanten Aufgaben, wodurch der Arbeitsalltag sehr vielseitig bleibt.
Da ich selbst noch am Anfang meiner beruflichen Laufbahn stehe und noch nicht so viel Erfahrung sammeln konnte, schätze ich es besonders, ständig etwas Neues dazulernen zu dürfen. Jedes Projekt bringt andere Aufgaben und Herausforderungen mit sich, an denen ich wachsen und meine handwerklichen Fähigkeiten weiterentwickeln kann. Genau diese Möglichkeit, kontinuierlich dazuzulernen und immer wieder neue Erfahrungen zu sammeln, macht meinen Beruf für mich so spannend.
Auf welche Projekte, an denen du mitgearbeitet hast, bist du besonders stolz?
Ein Projekt, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die Produktion eines Weinkellers, an der ich mitarbeiten durfte. Bei diesem Projekt konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln und einiges dazulernen.
Besonders interessant fand ich die Arbeit mit gebürsteter Eiche, die anschließend mit einem matten Lack behandelt wurde. Die Kombination aus der besonderen Holzoberfläche und der matten Lackierung hat mir so gut gefallen, dass sie später auch zur Inspiration für mein Gesellenstück wurde.
Für meine Gesellenprüfung habe ich ein Bett gefertigt, bei dem ich dieselbe Kombination aus gebürsteter Eiche und mattem Lack aufgegriffen habe. Dadurch konnte ich etwas, das ich zuvor bei einem Projekt kennengelernt hatte, auch in meinem eigenen Gesellenstück umsetzen. Das macht dieses Projekt für mich besonders.

Owners Bedroom auf der 112m langen Yacht Renaissance – Credits: David C. Churchill, Bannenberg & Rowell Designs
Was schätzt du am Unternehmen?
An Höller schätze ich vor allem die flexiblen Arbeitszeiten, das tolle Team und die abwechslungsreiche Arbeit. Besonders schön finde ich, dass ich mit meinen Arbeitskollegen immer wieder an unterschiedlichen Projekten arbeiten kann und dabei laufend Neues dazulerne.
Ein Bereich, der mich besonders fasziniert, ist der Yachtbau. Hier wird nicht ausschließlich mit Holz gearbeitet, sondern mit einer Vielzahl unterschiedlicher Materialien. Dazu gehören beispielsweise Aluminiumwabenplatten, Stein, Leder und verschiedene Metalle.
Gerade diese Materialvielfalt finde ich besonders interessant. Jedes Material bringt andere Eigenschaften mit sich und erfordert eine entsprechende Verarbeitung. Für mich ist es deshalb sehr spannend, neben dem klassischen Werkstoff Holz auch andere Materialien kennenzulernen und den richtigen Umgang mit ihnen zu erlernen. Diese Abwechslung und die vielen Möglichkeiten, mich fachlich weiterzuentwickeln, machen die Arbeit bei Höller für mich besonders reizvoll.

Höller GmbH Leifers
Hast du ein bestimmtes Ziel vor Augen?
Mein Ziel ist es, mich sowohl persönlich als auch fachlich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ich möchte auch in Zukunft an tollen und abwechslungsreichen Projekten mitarbeiten, neue Erfahrungen sammeln und mein handwerkliches Wissen Schritt für Schritt erweitern.
Besonders wichtig ist es mir, mit möglichst vielen unterschiedlichen Materialien zu arbeiten und zu lernen, wie man diese richtig und fachgerecht verarbeitet. Ich möchte offen für Neues bleiben und jede Gelegenheit nutzen, meine Fähigkeiten weiter auszubauen.
Und neben all diesen beruflichen Zielen gibt es noch etwas, das mir besonders am Herzen liegt: Ich möchte weiterhin Freude an meiner Arbeit haben und jeden Morgen mit einem Lächeln aufstehen können.