Nicht nur mitarbeiten, sondern Verantwortung übernehmen
Nicht nur mitarbeiten, sondern Verantwortung übernehmen und langfristig in die Entwicklung des Familienunternehmens einbringen: dies wurde Sophia Kargruber ziemlich rasch bewusst.
Begonnen hat sie als Aushilfe im Unternehmen, doch schon bald war Sophia Kargruber klar, dass sie nicht nur mitarbeiten, sondern eine langfristige Aufgabe und Verantwortung im Familienunternehmen Karguber-Stoll übernehmen möchte.
Sophia Kargruber ist CFO, verantwortlich für Human Ressources und Controlling im Familienbetrieb Kargruber-Stoll GmbH in Welsberg/Taisten. Das Unternehmen ist seit Jahrzehnten im Bereich Hochbau tätig. Zudem ist sie Vize-Vorsitzende der Initiative „She Builds“ des Baukollegiums. Wir haben mit ihr über ihren Werdegang gesprochen.
Frau Kargruber, würden Sie uns etwas über Ihren persönlichen Werdegang erzählen? Warum haben Sie sich entschieden, den Weg in die Bauwirtschaft einzuschlagen und Verantwortung zu übernehmen?
Mein Weg in die Bauwirtschaft war keine von Anfang an geplante Entscheidung. Als Familienunternehmen war unser Betrieb zwar schon früh Teil meines Lebens, trotzdem wurde von mir nie erwartet, dass ich einmal in das Unternehmen einsteige.

Sophia Kargruber ist in den Bereichen Finanzen, Controlling und Human Resources im Familienunternehmen Kargruber-Stoll tätig.
Während meine Schul- und Studienzeit habe ich deshalb bewusst unterschiedliche Erfahrungen gesammelt – in verschiedenen Bereichen unseres Unternehmens sowie auch in einem Ingenieurbüro. Dabei habe ich gemerkt, dass mich die Verbindung von Technik, Wirtschaft und unternehmerischem Denken besonders interessiert.
Als in unserem Betrieb dann kurzfristig Unterstützung gebraucht wurde, bin ich zum Aushelfen ins Unternehmen gekommen. Aus diesem vorübergehenden Einsatz wurde schließlich eine langfristige Aufgabe. Mit der Zeit wurde für mich klar, dass ich hier nicht nur mitarbeiten, sondern Verantwortung übernehmen und mich langfristig in die Entwicklung des Unternehmens einbringen möchte.
Was ist nun Ihre Rolle im Unternehmen und welche Aufgaben gefallen Ihnen besonders gut?
Meine Schwerpunkte liegen heute vor allem in den Bereichen Finanzen, Controlling und Human Resources. Auf den ersten Blick sind das sehr unterschiedliche Bereiche – auf der einen Seite stehen die Menschen, auf der anderen die Zahlen. Gerade diese Kombination finde ich aber besonders spannend.
Die Mitarbeiter:innen sind für mich das Herzstück eines Unternehmens. Gleichzeitig braucht es eine solide wirtschaftliche Basis, um langfristig erfolgreich zu sein und sich weiterentwickeln zu können. Beides gehört für mich untrennbar zusammen.
Was mir besonders gefällt, ist die Vielseitigkeit. Gerade in einem Familienunternehmen bekommt man einen sehr umfassenden Einblick und sieht, wie die einzelnen Bereiche zusammenhängen. Ich schätze es, mich mit strategischen und wirtschaftlichen Fragen zu beschäftigen, aber gleichzeitig im direkten Austausch mit den Menschen im Unternehmen zu stehen.
Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für den Bausektor in Südtirol? Und welche Lösungsansätze würden Sie vorschlagen?
Eine der größten Herausforderungen ist für mich ganz klar der Fachkräftemangel. Gute Mitarbeiter:innen zu finden und vor allem langfristig zu halten, wird immer wichtiger. Deshalb müssen wir stärker in Ausbildung, Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten investieren. Gleichzeitig müssen wir jungen Menschen zeigen, dass die Bauwirtschaft heute ein moderner und vielseitiger Bereich mit vielen interessanten beruflichen Möglichkeiten ist.